Dienstag, 30. November 2010

13.) RFID als Schnittstelle in der Logistik – Physikalisches Internet

Zulieferer werden weltweit unter Kosten- und Qualitätsgesichtspunkten ausgewählt. Dies führt dazu, dass hochgradig arbeitsteilige Produktions- und Logistiknetzwerke, die sich über mehrere Stufen hinweg über die ganze Welt erstrecken können, entstehen. Um kosteneffizient arbeiten zu können, ist das Ziel nach wie vor nur die Menge an Produkten bereitzuhalten, die auch tatsächlich gebraucht werden und dies möglichst schnell, sei es nun bei einem Kunden innerhalb der Wertschöpfungskette oder innerhalb der eigenen Produktionsverfahren.

Dies ist in der Regel nur dann möglich wenn innerhalb eines Netzwerkes eine entsprechende Transparenz über das im Netzwerk vorhandene Material, dessen Verfügbarkeit und Qualität sowie über den Erfüllungsstatus von Aufträgen gegeben werden kann. Und dies möglichst zeitnah bzw. in Echtzeit.

Eine Basistechnologie für die Realisierung intelligenter Logistiknetzwerke stellt die Transpondertechnologie (RFID – Radio Frequency Identification) dar. Diese Transponder ermöglichen einen direkten Bezug zwischen der realen „physischen“ Welt der Waren und Produkte und der virtuellen „Informations-“ Welt. Sofern jede Ware mit einem solchen Transponder ausgestattet wird, ist es möglich, dass Waren- und Informationsfluss synchron verlaufen.

Entsprechend aufbereitet, ist es möglich die bereitgestellten Daten aus den Ablaufprozessen zu analysieren  und zu interpretieren. Innerhalb dieses Systems (Supply Chain Event Management) sind Regeln und Filter hinterlegt, die es ermöglichen, relevante und kritische Ereignisse zu identifizieren und Informationen darüber an die entsprechenden Personen zu verteilen bzw. selbst Maßnahmen einzuleiten, um eine Problemlösung herbeizuführen.

Die RFID Technologie stellt in der der Logistik somit eine Schnittstelle zur Unterstützung des Warenwirtschaftssystems dar. Innerhalb einer Wertschöpfungskette und der meist dezentralisierten Logistik innerhalb der Supply Chain wird die Verteilung relevanter Informationen und die Steuerung von Prozessen erst durch die Internettechnologie ermöglicht. Ergänzt durch Daten aus dem ERP-System kann somit maßgeblich dazu beigetragen werden, die besten Entscheidungen für eine Planungs- oder Steuerungssoftware zu treffen.

Die RFID Technologie ermöglicht neben einer minutiösen Identifikation und Lokalisierung von Waren, auch zusätzliche Informationen wie z.B. Testdaten oder Umgebungsdaten wie etwa die Temperatur zu speichern.



Quelle:
Logistik Heute, Software in der Logistik, Schwerpunkt RFID, München 2005.

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