Dienstag, 30. November 2010

Inhaltsverzeichnis

. IV
1.) Einleitung
2.) Aufgabe Materialwirtschaft/Warenwirtschaft
3.) Verbesserungsmöglichkeiten in den drei Dimensionen Prozessqualität, Zeit und             Kosten beim Supply Chain Management
4.) Warenwirtschaftssystem und ERP
5.) Einführung in die Praxis
6.) Definitionen in Zusammenhang mit ERP
7.) ERP-Systeme im Einzelnen
          a.) Architektur SAP ERP
          b.) Integration bei ERP-Systemen
          c.) Gegenstand der Integration
8.)Planung und Steuerung operativer Ressourcen
9.) Stammdatenpflege
10.) ERP-Value
11.) Work-Flow Management
12.) Marktübersicht
13.) RFID als Schnittstelle in der Logistik – Physikalisches Internet
14.) Karwendel führt erfolgreich SAP-Branchenlösung von realtime ein
15.) Fazit

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1            Zeitliche Planung für ein neues Warenwirtschaftssystem
Abb. 2            ERP Konzept
Abb. 3            SAP-R/3 und SAP-ERP-Systemarchitektur
Abb. 4            Horizontale und vertikale Integration betrieblicher Anwendungssysteme
Abb. 5            Aufgabenverteilung Informationssysteme
Abb. 6            Organisationsstrukturen der Materialwirtschaft in SAP R/3
Abb. 7            Einstiegsmaske Materialstamm
Abb. 8            ERP-Marktanteile weltweit 2008
Abb. 9            ERP-Marktanteile in Deutschland 2008
Abb. 10          ERP-Anbieter

1.) Einleitung

In der folgenden Ausarbeitung soll näher auf das Thema „Internet basiertes Warenwirtschaftssystem“ eingegangen werden.

Das Internet verändert fortwährend Geschäftsprozesse innerhalb der Unternehmen sowie innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette. E-Business stellt bereits zahlreiche neue Möglichkeiten in der elektronischen Abwicklung von Geschäftsprozessen entlang der Wertschöpfungskette bereit. Unter dem Aspekt der Globalisierung kann eine Automatisierung der Geschäftsprozesse keineswegs im Alleingang eines Unternehmens vollzogen werden. Für die Integration elektronischer Systeme bedarf es nicht nur einer kritischen Aufbereitung und Analyse der eigenen Geschäftsprozesse, sondern zwangsweise auch die der Lieferanten und Geschäftspartner.

Dies führt zu einer weiteren Verzahnung der Wertschöpfungskette (Supply Chain Management). Ziel hierbei ist weiterhin kosteneffizient und letztendlich erfolgreich am Markt agieren zu können. So steht die Optimierung der Waren- und Informationsströme vom Lieferanten bis zum Endkunden im Vordergrund.[1]

Bei E-Commerce-Lösungen im Business-to-Business-Bereich stehen die unternehmensübergreifenden Prozesse bis hin zur gesamten Wertschöpfungskette im Zentrum der Betrachtung.[2] Innerhalb der innerbetrieblichen Prozesse sind es innerbetriebliche Informationssysteme wie SAP ERP 6.0.  

Hinzu kommt, dass die Kunden im Bereich Business-to-Customer zunehmend die Dienstleistungen eines Unternehmens über die schnelle und bequeme Variante Internet einfordern, sodass selbst kleine bis mittlere Unternehmen Softwarelösungen für ihre Geschäftsprozesse benötigen. Neben Großunternehmen setzen auch zunehmend mittelständische Unternehmen ERP-Systeme ein.


[1] Pfaff, Donovan; Skiera, Bernd; Weiss, Jürgen: , Financial Supply Chain Management, Bonn 2004,  S. 21.
[2] Wahl, Mark: Wissensmanagement im Lebenszyklus von ERP-Systemen, Wiesbaden 2003, S. 1.

2.) Aufgabe Materialwirtschaft/Warenwirtschaft

Die Materialwirtschaft/Warenwirtschaft befasst sich mit der Verwaltung sowie der zeitlichen, mengenmäßigen, qualitativen und auch räumlichen Planung und Steuerung der Materialbewegungen innerhalb eines Unternehmens und zwischen dem Unternehmen und seiner Umwelt.[1]

In der Warenwirtschaft wird der Warenfluss zwischen Kunden, Lieferanten, Bedarfsträgern (z.B. Produktion) und den Lagern koordiniert. Hierunter fallen in einem Produktionsunternehmen insbesondere Roh-, Hilfs-, und Betriebsstoffe, aber auch Ersatzteile oder Serviceleistungen.

Die Materialwirtschaft weist dabei vielfältige Überschneidungen und Schnittstellen zu anderen Funktionsbereichen, wie z.B. der Logistik, der Finanzbuchhaltung und dem Controlling auf.


[1] <http://de.wikipedia.org/wiki/Materialwirtschaft>, letzer Aufruf: 18.11.2010; 14:05 Uhr

3.) Verbesserungsmöglichkeiten in den drei Dimensionen Pro-zessqualität, Zeit und Kosten beim Supply Chain Management

Die drei Faktoren Qualität, Zeit und Kosten können in einem dreidimensionalen Eckverhältnis betrachtet werden.

So ist beispielsweise ein reibungsloser Produktionsablauf entscheidend für eine schnelle und kosteneffiziente Fertigung. Ein solcher Ablauf bringt Wettbewerbsvorteile mit sich.

Auch kann durch die Reduzierung der Zeit gebundenes Kapital freigesetzt und anderweitig eingesetzt werden. Eine Verkürzung der Produktionszeit sorgt somit für einen Zinsvorteil.

Im Bereich der Kosten sorgt die Prozesskostenrechnung für eine Teilung der Unternehmensaktivitäten in Prozesse und ermöglicht somit eine Betrachtung der Kosten für einzelne Teilprozesse.[1] Es lassen sich folgende Verbesserungspotentiale der Supply Chain in den drei Dimensionen Prozessqualität, Zeit und Kosten ableiten[2]:

Qualität:            1. Integration interner und externer Informationen
2. Ermöglichung von Realtime-Abfragen, Automatisierung  der Supply Chain, transparente Prozesse

Zeit:                   1. Reduktion des Zeitaufwandes in der Supply Chain
2. Effizientes Cash Management

Kosten:            1. Reduktion von Such-, Finanzierungs-, Verhandlungs-, Verarbeitungs-, Prozess-, Personal-, Transaktions-, Abwicklungs-, Kapital- und Betriebskosten
2. Reduktion von Ausfall-, Liquiditäts- und sonstigen Risiken
3. hohe Kosten der IT-Implementierung


[1] Pfaff, Donovan; Skiera, Bernd; Weiss, Jürgen: , Financial Supply Chain Management, Bonn 2004,  S. 78.
[2] vgl. Pfaff, Donovan; Skiera, Bernd; Weiss, Jürgen: , Financial Supply Chain Management, Bonn 2004,  S. 71.

4.) Warenwirtschaftssystem und ERP

Eine Abgrenzung zwischen einem Warenwirtschaftssystem und einem ERP-System ist nicht klar definiert. Eine Abgrenzung erfolgt meist nach dem Funktionsumfang.
Warenwirtschaftssysteme verwalten alle Daten und Vorgänge in Bezug auf die Warenbestände.[1]

So erstellt der Verkauf mit einem Warenwirtschaftssystem das Angebot, den Auftrag, den Lieferschein und die Rechnung. Erweiterte Funktionen sind z.B. Auftragsbestätigung, Werkstattauftrag, Lagerausgabebeleg, Kundenverfolgung für die Verwaltung von Informationen zur Kundenpflege (Customer-Relationship-Management).[2] Auch schließt ein solches System die Vorgänge der Finanzbuchhaltung mit ein.

Der Einkauf benötigt Funktionen für die Generierung von Bestellvorschlägen. Anhand von Daten des Verkaufs und der Lagerhaltung löst ein Warenwirtschaftssystem eine Bestellung aus.

Die Lagerhaltung überwacht mit einem solchen System die interne Bestandsführung. Ziel ist es die Bewegungsdaten, vor allem des Verkaufs (Auftragsbestätigungen, Lieferscheine), des Einkaufs (Bestellung, Wareneingang) und der Lagerentnahme für die Fertigung automatisch in die Lagerverwaltungssoftware zu übernehmen. Entscheidend für das Funktionieren eines solches Systems sind Lagerkennzahlen wie der Mindestbestand, der Meldebestand und der Höchstbestand.

Auch weist ein Warenwirtschaftssystem beispielsweise Schnittstellen zu einem Produktionsplanungs- und Steuerungssystem (PPS), einem Customer-Relationship-Management-System (CRM) oder wie bereits erwähnt der Finanzbuchhaltung auf. Mit Hilfe solcher Systeme können mehrere Verkaufsfilialen bzw. idealerweise in Einbeziehung der Geschäftspartner gesamte Vorgänge entlang der Wertschöpfungskette gesteuert werden.

Bestehen hierbei z.B. noch Verbindungen nach außen zu Banken, Lieferanten oder Marktforschungsinstituten wird von einem integrierten Warenwirtschaftssystem gesprochen.

Ein ERP-System (Enterprise Ressource Planning = Planung der Unternehmensmittel) ist dagegen noch viel umfassender. So gehören zu den Unternehmensmitteln z.B. noch das Personal und Kapital. Diese Ressourcen sollten möglichst kosteneffizient eingesetzt werden. Meist ist ein Warenwirtschaftssystem (WWS) in einem ERP-System integriert.[3]


[1] <http://www.erp-software-auswahl.de/warenwirtschaftssystem/>, letzer Aufruf: 25.11.2010; 13:10 Uhr
[2] <http://de.wikipedia.org/wiki/Warenwirtschaftssystem>, letzter Aufruf: 25.11.2010; 14:00 Uhr
[3] <http://www.erp-software-auswahl.de/warenwirtschaftssystem/>, letzter Aufruf: 25.11.2010; 13:10 Uhr

5.) Einführung in die Praxis

In der Praxis können die unternehmensinternen und –übergreifenden Materialflüsse sehr komplex und vielschichtig sein.[1]

Dabei gilt es eine Vielzahl von Bewegungen zu kontrollieren, effizient zu steuern und mit den richtigen Informationen auszuführen. Integrierte Warenwirtschaftssysteme bilden einen entscheidenden Erfolgsfaktor, insbesondere für Handelsunternehmen.[2]

Sie ermöglichen die Bereitstellung entsprechender operativer und strategischer Informationen, sodass Daten aus allen Unternehmensbereichen gebündelt werden. Die Systeme sind vielfach an eine Benutzeroberfläche an die Windows-Welt angelehnt, jedoch ist auch eine Abkehr von der Client-Server-Architektur hin zur Web-Browser Variante festzustellen (s. auch Nr. 7c „Gegenstand der Integration“).

Zu erwähnen ist an dieser Stelle auch, dass über 50% der eingesetzten Warenwirtschaftssysteme von den Unternehmen entweder bereits neu eingeführt worden sind oder gerade neu eingeführt werden. Dies ergab eine Empirische Untersuchung (s. hierzu Abb. 1).

Abb. 1: Zeitliche Planung für ein neues Warenwirtschaftssystem
Quelle: Becker et al., Vertriebsinformationssysteme, S. 25.

Für das Jahr 2006 planten 47 Prozent leitender IT-Mitarbeiter ihre Ausgaben für Investitionen in ERP-Systeme. Zusäztlich war die zweithäufigste Antwort der leitenden IT-Angestellten auf die Frage von „The McKinsey Quarterly“ wie sie ihre Investitionen und Ausgaben planten, dass die größten Ausgaben (45 %) auf den Bereich „Industriespezifische Erweiterungen“ geplant waren.

[1] Hoppe, Marc; Käber, Andre, Warehouse Management mit SAP, Bonn 2007, S. 113.
[2] Becker, Jörg; Knackstedt, Ralf; Müller, Oliver; Winkelmann, Axel; Vertriebsinformationssysteme, Berlin Heidelberg 2010, S. 23.